Verein Ladakhpartners: Ziel & Zweck
Unterstützung der Bergbevölkerung in der Singela Area in Ladakh im Indischen Himalaya.

Am 5. Januar 2020 wurde in Chandigarh/Nordindien der Partnerverein Singela Partners gegründet. Die "nächste Generation" wird unseren Gedanken weitertragen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. www.ladakhpartners.ch

Vorstand:

Käthi Roth, Präsidentin

Die Aufenthalte in Ladakh haben mein Leben verändert. Die Singela Region ist zu meiner zweiten Heimat geworden.

Bei meinem ersten Besuch im 1997 faszinierten mich die Menschen dieser Bergregion. Sie bewältigen das harte Leben auf 4500 m mit Leichtigkeit und Humor. Die Spiritualität und das tiefe Verständnis der Naturgesetze mit Werden und Vergehen, beeindrucken mich sehr.

Die Bergketten des Transhimalaya, mit dem Wechsel von Licht und Schatten, ziehen mich auch mit Ü70, immer wieder hin.

Viele Jahre gelangten wir einzig durch 4–5 tägige Trekkings in die Dörfer der Singela Region.

Heute werden die Dörfer elektrifiziert und Strassen gebaut, eine grosse Herausforderung.

Ich wünsche vor allem unseren jungen Ladakhi s, dass sie trotz den rasanten Veränderungen ihre Bescheidenheit und Natürlichkeit bewahren.


Karin Biney, Vizepräsidentin
Am liebsten bin ich draussen in der Natur, wandere mit meinen Hunden in den Bergen. Dazu reise ich gerne und entdecke neue Länder. Ladakh habe ich bereits zweimal besucht und kenne viele Leute, die in unser Projekt involviert sind persönlich.


Lama Tsewang Jorgyas, Projektverantwortlicher

Auf meinem ersten Trekking 1997 in die Singela Region war der junge Lama Tsewang ein Begleiter unserer Reisegruppe. Wenn er merkte dass jemand an Grenzen kam, z.B. beim Aufstieg auf einen Pass, murmelte er Gebete.

Im Sommer 2019 fuhren wir im Jeep über die neue Strasse nach Lingshed. In Haarnadelkurven über tiefen Abgründen waren meine Ängste wohl sichtbar. Die Gebete wirkten immer noch beruhigend.

Lama Tsewang wurde im Dorf Gongma – einem der 8 Dörfer der Singala Region – geboren. Die Armut der Familie war gross. Es gab kaum Essen, kein Heizmaterial, keine Schuhe in den steinigen Bergen und bei 30 Grad minus.

Er war 26 Jahre im Kloster. Seit 15 Jahren lebt er in Leh im Lingshed Labrang – dem Haus das zum Kloster Lingshed gehört. Seine Tätigkeit ist vielfältig. Bei Problemen, Krankheiten, Todesfällen führen die Lamas die Rituale durch, im Labrang, Spital oder in den Häusern der Familien. Auch das Segnen von neuen Häusern, Geschäften, Gebetsfahnen usw. gehört dazu. Oft werden Menschen auf Durchreise beherbergt und sie bekommen Essen.

Für Ladakhpartners organisiert und hilft er mit bei der Umsetzung und Kontrolle von Projekten, z.B. Neue Klosterküche im 2019 und Bäume pflanzen.


Sonam Dorje, Projektverantwortlicher

Sonam Dorje wurde in der Singela Region, im Dorf Yulchung geboren. Er musste Tiere hüten und Tier-Dung als Kochmaterial sammeln. Sein Wunsch in die Schule zu gehen, war so gross, dass er als kleiner Junge von zu Hause weglief. Im "Institut for Buddhist Studies" in Leh lernte er Tag und Nacht. Mit Stipendien schaffte er mehrere Abschlüsse/Diplome und erlebte, dass man durch Bildung aus der Armut kommen kann. Seinen Wunsch, in seiner Heimat Kinder mit Bildung zu fördern, hat er umgesetzt. 

Sonam ist seit 15 Jahren "councellor" der BJP Partei, zuständig für die Singela Region. Er hat in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung viel erreicht. Zum Beispiel wurde die Schule in Lingshed auf 4500 m vom Staat übernommen. Aktuell leben und lernen dort 98 Kinder aus der Region. 

In den ersten Jahren lernte ich viel von Sonam über die Bergregion und deren BewohnerInnen. Bei der Umsetzung der Projekte war er Berater/Dolmetscher/Organisator. Siehe Dokument: "wie alles begann."

Seit der Vereinsgründung im 2015 ist Sonam Projektverantwortlicher.


Lobzang Tsultim, Präsident Ladakh Partners India
Jullay
My self Lobzang Tsultim, i had completed my graduation of b.a from mulana azard memorial college (mam) under jammu university. I am keen intrested to study geography and it makes me feel close to nature.
During my three years of college i had learn many things. Now adays i am quite keep touch with the current affires which make my mind more open and i can analysise more as before and also worried about the future too because of lot of unemployment keep raising .Till now the education system has not change ,it remain rigide . The youth has to have quality of 3h. This means bright head, compassion heart and skill ful hand. These qualities are lack in every individual even me. When i use to think about future it scares me and even others too. So every individual must have this quality than i think no one can stop to achive the goal.
Thank you. Regards. Lobzang Tsultim


Ladakh / Nordindien: Wie alles begann

1997 reiste ich zum ersten Mal ins Land der hohen Pässe. Auf dem fünftägigen Trekking, das über den 5'200 m hohen Singe La Pass führte, besuchte ich die Gegend der Singe La Region. Tondup begleitete mich mit seinem struppigen Esel. Er ist noch heute mein Guide. Inzwischen können weite Strecken mit dem Jeep über die neu erbaute Strasse in dieses Seitental zurückgelegt werden.

Bei diesem ersten Besuch beeindruckten mich nicht nur die Bergketten des Transhimalaya, mit ihrem einzigartigen Wechselspiel von Licht und Schatten sondern auch die grosse Armut der Bevölkerung. Mangelernährung, fehlende Impfungen und die vielen Totgeburten der Frauen haben mich nicht mehr losgelassen. Dieser Aufenthalt veränderte mein Leben und ich habe die Region immer wieder besucht.

 

Gesundheitsförderung

Damals war ich als Krankenschwester tätig. Nach meinem ersten Besuch in Ladakh, liess ich mich im Lindenhof Bern in psychosozialer Gesundheitsförderung ausbilden. Von da an gab ich mein Wissen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention insbesondere an die Frauen in den Dörfern weiter. Hygienemassnahmen und Ernährung waren wichtige und zielführende Themen, die in wiederkehrenden Kampagnen über die letzten 10 Jahre unterrichtet wurden.

Im 2004 gründete ich eine Privat-Spitex, um meine Aufenthalte in Ladakh im Sommer besser planen zu können.

 

Projekte / Nachhaltigkeit

Amchis 2000 – 2010

Amchis – Naturärzte, die mit tibetischer Medizin arbeiten und seit Generationen überliefertes Wissen vom Heilen anwenden.

Westliche Medizin gab es im abgelegenen Seitental der Singela Region damals nicht. Die Amchis baten um Unterstützung. Viele Jahre wurden sie von meinen Töchtern, Freunden und mir finanziell unterstützt. Im Sommer stieg ich über Vier- und Fünftausender in ihre Dörfer, um mich über den Fortschritt ihrer Arbeitsbedingungen, die sich durch unsere Unterstützung langsam verbesserten, zu orientieren.  

In der Region gab es zu Beginn des Projektes 13 Amchis. Allerdings konnten sie zu dieser Zeit ihren Beruf kaum noch ausüben, da es an Allem fehlte: Tibetische Schriften für Rezepturen, Rohmaterial zur Herstellung der traditionellen Medizin, Mörser und Schalen, Akkupunkturnadeln. Aber auch Schuhe und Jacken, um im Winter rauszugehen und Kranke zu besuchen wurden benötigt, wie auch Lebensmittel. Die Bevölkerung hatte kaum genug für sich selber und konnte die Amchis nicht mit Nahrungsmitteln bezahlen konnten, wie das ansonsten Tradition ist. Mit der Zeit konnten wir auch Weiterbildungen für die Amchis in tibetischen Kliniken in Südindien finanzieren, so dass sie nun selbständig arbeiten und ihr Wissen weitergeben können. Einige bildeten sich zusätzlich in Leh, dem Hauptort von Ladakh, weiter und sind heute von der Regierung angestellt.

Durch verbesserte Diagnosestellung der Amchis lernten diese auch, Patienten nach Leh zu referieren für Operationen oder Behandlungen mit westlicher Medizin.

 

Gesundheitskampagnen

Noch vor 10 Jahren gab es in Ladakh kaum medizinische Versorgung. Im Sommer kamen ein bis zwei Spezialärzte aus Dehli ins Spital Leh für Konsultationen. Vor allem die Frauen arbeiten hart auf den Feldern, kümmern sich um Familie und die Tiere. Sie haben kaum Zeit und oft auch kein Geld, um nach Leh zu gehen. Zusammen mit den Amchis und lokalen Ärzten aus Leh konnten wir alle 2 Jahre die Dörfer der TSA besuchen. Im 2014 haben wir mit einem lokalen Augenarzt 451 Menschen untersucht, gratis Medizin und Sonnenbrillen abgegeben. Viele Brillen mit Korrekturen in Delhi bestellt, vor allem für Kinder und mehrere Augenoperationen bezahlt.

Im 2017 konnten wir durch eine grosszügige Spende in den abgelegenen Dörfern 400 Menschen untersuchen und an 162 von ihnen Medizin abgegeben und nötige Transporte finanzieren.

 

Finanzierung von Ausbildungen

Vor 16–18 Jahren gab es in der Singela Region keine Schule. Ich hatte damals SponsorInnen gesucht und Kindern aus besonders armen Familien ermöglicht, in Leh eine Schule zu besuchen. Aktuell sind noch drei 16–18 jährige StudentInnen von uns abhängig. Wir bezahlen für sie die Schulgebühren, Essen, Wohnen, Kleider, Medizin und alles was sie brauchen. Eine Schülerin wird teilweise finanziert, da ihr Vater in der Lage ist etwas zu verdienen.

 

Zukunft

Wertvolle Freundschaften und das Vertrauen der Menschen haben mich bewogen, im Jahr 2015 den Verein ‘Ladakhpartners’ zu gründen. Die lokalen Vorstandsmitglieder sind in der Singela Region geboren und übernehmen seit 2017 die Verantwortung für die Projekte.

Zu meiner grossen Freude wurde am 5. Januar 2020 in Chandigarh/Nordindien der Partner Verein Ladakhpartners India gegründet.

17 junge motivierte StudentInnen möchten ihren Heimatdörfern "etwas zurückgeben". Viele von ihnen konnten dank SponsorInnen zur Schule (ins College). Dafür sind sie sehr dankbar. Diese jungen Leute kennen mich seit 20 Jahen.

 


Statuten Verein Ladakhpartners .pdf
Jahresbericht 2020 Ladakhpartners.pdf
Jahresbericht 2019 Ladakhpartners.pdf
Jahresbericht 2018 Ladakhpartners.pdf